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Vom heimlichen Ehrgeiz, ein Bleistift zu sein

Theresia Prammer

Vom heimlichen Ehrgeiz, ein Bleistift zu sein

„Die Poesie von Valerio Magrelli ist ein Selbstgespräch, mit dem Bleistift in ein Heft geschrieben, in den tiefsten und stillsten Stunden der Nacht“, schreibt Octavio Paz über den gefeierten Dichter aus Italien, der nun auf Deutsch zu entdecken ist. Magrellis Gedichte erinnern in ihrer Konzentration an die Stilleben Giorgio Morandis. Er erschafft eine Poesie der Wahrnehmung, die ihre eigenen Grenzen auslotet, eine Verschmelzung von Abstraktion und reiner Materie. Seit Eugenio Montale hat kaum ein Dichter in einer Stimme so viele Facetten der italienischen Lyrik anklingen lassen und sich zugleich von ihr abgehoben.